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Das Schwein und das Schlachtfest auf Mallorca

Samstag, 11. Dezember 2010
Schwarze Schweine mallorquinischer Rasse vor einem Brunnen.

Schwarze Schweine mallorquinischer Rasse vor einem Brunnen.

Das Schwein hatte und hat immer noch eine grosse Bedeutung auf dem Lande, sein gesalzenes Fleisch (Knochen und Speck) oder auch verarbeitet in Würsten wie der “sobrasada, “botifarrons”, “camaiot” und “blanquets” unter anderen. Dies war fast das einzige Fleisch, das die Bauern lange Zeit das Jahr hindurch gegessen haben. Es ist nicht verwunderlich, dass es eine grosse Bedeutung in der mallorquinischen Gastronomie hat. Die Schlachtung des Schweins ist ein wichtiges Ereignis auf dem bäuerlichen Kalender im Winter. An diesem Tag versammeln sich die Familien, um daraus ein Fest zu machen. Der grösste Teil seines Fleischs ist für die Herstellung von Würsten bestimmt, wobei wirklich alles verwertet wird. Sobald die Schlachtung beendet ist, wird reichlich gegessen, wobei es an nichts mangelt. In früheren Zeiten hat sich das Fest mit Musik und Tänzen in die Länge gezogen, eine Sitte, die mit den neuen Formen der Unterhaltung verloren gegangen ist. Diese Tradition erhält sich lebendig und es gibt viele Familien, die ohne auf dem Land zu arbeiten das Jahr über ein Schwein mästen oder eins kaufen mit dem Ziel, ein Schlachtfest zu feiern. Auf diese Weise erhält man Würste, die eine höhere Qualität aufweisen als die, die wir in den Geschäften finden können, vor allem die “sobrasada”, die während des gesamten Jahrs verzehrt wird. Diese Tradition wird sich nur schwer lange Zeit weiter erhalten lassen. In dem Mass, wie die Menschen, die jenes ländliche Mallorca vor dem touristischen Boom der Sechziger Jahre gelebt haben, von uns gehen, wird sie langsam verschwinden. Die derzeitige Ernährung, bei der das frische Fleisch ein Hauptbestandteil ist, hat die Bedeutung der Würste als Proteinquelle unserer Diät entscheidend geschmälert. Ausserdem wurden die neuen Generationen grösstenteils fernab vom Land und dessen Arbeiten erzogen.

Das Schwein mallorquinischer Rasse ist schwarz mit heller oder schiefergrauer Färbung. Diese Pigmentierung entspricht der geographischen Situation und macht es widerstandsfähiger gegen die Sonnenstrahlen. Trotzdem kommt es nicht so häufig wie das weisse Schwein vor und steht für die Herstellung von Qualitätswurst.

Die katalanische Sprache auf den Balearen

Freitag, 18. September 2009

  1. Soziale Situation des Katalanischen
  2. Katalanisch in den Schulen
  3. Katalanisch in den Medien
  4. Katalanisch in der Administration
  5. Die Ortsnamen
  6. Die Personennamen

Gemäß den letzten Statistiken stimmt es anscheinend, dass die Bewohner der Balearen, die Katalanisch als erste Sprache sprechen, nicht mehr in der Mehrzahl sind. Es stimmt aber auch, dass diese Sprache heute unbestreitbar ein hohes soziales Ansehen genießt. Sie verdankt dies dem festen Willen vieler Inselbewohner, welche unabhängig von ihrer Herkunft beschlossen haben, das Katalanische zu leben und zu fühlen und sich unsere Welt endgültig auf Katalanisch zu erschließen.

Katalanisch ist die eigentliche Sprache der Balearen mit Dialektvarianten auf jeder Insel. Aber es sind auf allen Gemeinsamkeiten zu beobachten, zum Beispiel der Gebrauch altertümlicher Formen, die anderswo nicht mehr benutzt werden wie etwa die Artikel es, sa und so anstatt el, la und lo ( salzige Artikel).

1.- Soziale Situation des Katalanischen

Das Katalanische (catalán) ist auf den Balearen eine ganz lebendige Sprache und wird parallel gesprochen zum Spanischen (castellano), der anderen offiziellen Sprache. Die folgenden zwei Tabellen sind einer Studie über Sprache und Gesellschaft in den Katalanisch sprechenden Gebieten zu Beginn des 21. Jahrhunderts entnommen, die das Sekretariat für Sprachpolitik der Autonomieregierung Kataloniens durchgeführt hat. Sie zeigen ein klares Bild der aktuellen Situation der katalanischen Sprache auf den Balearen.

Bevölkerung

verstehen Katalanisch

sprechen Katalanisch

können Katalanisch lesen

können Katalanisch schreiben

Bevölkerung insgeramt

93,1

74,6

79,6

46,9

15-29 Jahre

93,2

80,1

89,8

77,4

30-44 Jahre

94,8

72,3

82,9

49,6

45-64 Jahre

92

69,1

73,7

27,3

65 Jahre und älter

91,4

78,8

66,6

24,1

Identifikation mit der Sprache

Katalanisch

Spanisch

Beide Sprachen

Andere Situationen

Erste Sprache

42,9

48

1,7

7,4

Identifikatiossprache

45,6

45,3

3,9

5,2

Gewöhnlich benutzte Sprache

45,6

47,2

5

2,2

Bei der Interpretation dieser Angaben müssen wir uns zwei Tatsachen vor Augen halten, die den Gebrauch des Katalanischen zugunsten des Spanischen stark zurückgedrängt haben. In erster Linie wurde die Sprache während der 40-jährigen franquistischen Diktatur unterdrückt, wodurch katalanisch nur noch im engsten familiären Rahmen gesprochen werden konnte. Ein weiterer Grund ist die Immigration, die in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts mit Personen aus anderen Teilen Spaniens begann und immer noch andauert, allerdings heute mehr mit Personen aus Lateinamerika und Afrika. Die Tatsache, dass Katalanisch im Unterricht fast bis zum Ende der 70er Jahre verboten war, erklärt uns, warum unter den älteren Leuten der Prozentsatz derjenigen, die Katalanisch schreiben können viel niedriger ist. Diese Personen haben eine rein spanische Schulbildung gehabt. Dieser Umstand hat bewirkt, dass das Phänomen der „Sprachgebrauchs-Disglossie“ in unserer Gesellschaft sehr verbreitet ist. Damit ist gemeint, dass Personen, deren erste Sprache Katalanisch ist, beim Lesen und Schreiben das Spanische benutzen.

Es werden zahlreiche Kurse organisiert, um diesen Personen zu helfen, katalanisch lesen und schreiben zu lernen, was ihnen aber oft schwer fällt. Das liegt speziell daran, dass sie die katalanische Standardschriftsprache, die in den gedruckten Medien verwendet wird, nicht kennen.

Als letztes ist zu diesen Angaben noch zu sagen, dass sie einem Durchschnitt der vier Inseln entsprechen, welche aber ein heterogenes Bild zeigen. In der “Part Forana” Mallorcas (ganze Insel ohne Palma) und auf Menorca hat das Katalanische ein viel höheres Gewicht als auf Ibiza, Formentera, in Palma und in der Gemeinde Calviá in Mallorca, wo das Spanische deutlicher präsent ist.

2.- Katalanisch in den Schulen

Seit dem Beginn der Demokratie hat das Gewicht der katalanischen Sprache im Unterricht zugenommen. Die heutige Situation ist geprägt von einem „Minimaldekret“, welches vorschreibt, mindestens die Hälfte der Unterrichtsstunden auf Katalanisch abzuhalten. In der Realität haben aber fast alle Schulen Immersionsprogramme eingeführt, wobei Katalanisch die einzige Unterrichtssprache ist, hingegen Spanisch ein Fach wie jedes andere. Dieses Modell hat sich als das effizienteste erwiesen, wenn es darum geht, die korrekte Vermittlung beider Sprachen zu garantieren, da das Katalanische außerhalb der Schule in vielen Bereichen der Gesellschaft klar im Nachteil ist.

Dies hat zur Folge, dass in den meisten Schulen die Kinder bis zum 7. Altersjahr nicht anfangen Spanisch zu lernen. Das heißt nun nicht, dass für die Kleinen diese Sprache fremd wäre, schließlich ist sie in vielen Bereichen unserer Gesellschaft sehr präsent. Aber es ist tatsächlich so, dass der Spanischunterricht erst später einsetzt.

3.- Katalanisch in den Medien

Die Mehrheit der Medien benutzt das Spanische, obschon auf allen Ebenen Alternativen auf Katalanisch existieren, die meist an öffentliche Subventionen gebunden sind. Man muss hinzufügen, dass in den meisten auf den Balearen produzierten Medien in spanischer Sprache Katalanisch nicht unterbunden wird.

Was die Presse betrifft, so erscheinen von den 9 Tageszeitungen auf den Balearen 7 auf Spanisch, eine auf Englisch und eine - mit einer eingeschränkten Leserschaft - auf Katalanisch . Wo hingegen Katalanisch als Sprache dominiert, ist bei den wöchentlich und monatlich erscheinenden Publikationen, wie es sie in allen Dörfern gibt. Was die audiovisuellen Medien betrifft, so herrscht das Spanische vor, obschon die öffentlichen Radio- und Fersehsender der Balearen und Katalonien ein qualitativ gutes Programm auf Katalanisch anbieten.

Im Internet schließlich finden wir von allem ein bisschen, und obwohl Katalanisch nicht die vorherrschende Sprache ist, bleibt zumindest unklar, ob es das Spanische ist, denn in diesem Medium wird vieles über die Balearen in anderen Sprachen veröffentlicht, vor allem auf Englisch und auf Deutsch.

4.- Katalanisch in der Administration

Hier muss zwischen der Staatsverwaltung und der lokalen Administration unterschieden werden. In der ersten gibt es Organe wie die Justiz- und Polizeiverwaltung, wo Katalanisch fast gar nicht vorkommt. Ganz anders ist es bei der Steuerverwaltung, welche die gesamten Unterlagen sowohl auf Katalanisch als auch auf Spanisch anbietet, wobei man für die nötigen Formalitäten die Sprache auswählen kann.

In der lokalen Verwaltung hingegen, die abgesehen vom Gemeindewesen so wichtige Bereiche wie Gesundheit und Erziehung abdeckt, setzt man klar auf die Wiedereinführung des Katalanischen. Die Beamten müssen gute Kenntnisse dieser Sprache haben, in der auch die meisten Unterlagen verfasst sind. Das heißt nicht, dass keine Formalitäten auf Spanisch möglich wären, aber im Allgemeinen wird das Katalanische vorgezogen.

5.- Die Ortsnamen

Die Namen der Ortschaften wurden bis zur Wiedereinführung der Demokratie nach der spanischen Ortographie geschrieben. Heute hingegen sind die offiziellen Namen auf Katalanisch geschrieben, sei es auf den Schildern oder auf den offiziellen Landkarten von Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera. Eine Schwierigkeit besteht darin, dass in einigen ausländischen Texten weiterhin die spanische Schreibweise verwendet wird, was bei der Suche nach dem Weg zu Verwechslungen führen kann. Dieses Problem wird verstärkt durch die Haltung einiger Unternehmer, die die katalanische Schreibweise ablehnen und sogar die Namen von Straßen übersetzen, sei es aufgrund des Phänomens der weiter oben beschriebenen Disglossie oder aus ideologischen Gründen.

6.- Die Personennamen

Die Diktatur des Generals Franco bedeutete für die katalanische Sprache 40 Jahre „Finsternis“. Die Namen von Personen mussten in dieser Zeit auf Spanisch im Zivilstandsamt eingetragen werden. So sind in den Ausweisen der Leute, die damals geboren wurden, größtenteils die Namen auf Spanisch geschrieben, obschon diese Personen unter ihrem katalanischen Namen bekannt sind. So kann es sein, dass manche ihr Leben lang Bernat oder Margalida heißen, in ihrem Ausweis jedoch Bernardo oder Margarita steht. Interessierte Personen haben heute die Möglichkeit, dies zu korrigieren, indem sie einen entprechenden Antrag stellen.

Der Comte Mal, Mythos und Realität

Montag, 30. März 2009

Der Comte Mal (böser Graf) ist die mallorquinische Version des legendären Comte Arnau aus Katalonien, welcher dazu verdammt wurde, bis in alle Ewigkeit als unerlöste Seele auf einem schwarzen Hengst herumzustreifen, der Feuer aus Maul und Augen spie. Der Graf sollte büßen für seine Untaten. So hatte er eine Geliebte, die Nonne war, und er zahlte seine Schulden nicht wie versprochen zurück. Diese in Mallorca legendäre Gestalt eines Bösewichts wurde überlagert von der eines anderen Adligen, Ramon Safortesa Pacs-Fuster de Vilallonga i Nét, dem zweiten Grafen von Formiguera (1627-1694), der Herr war über das Rittergut von Hero, über Santa Margalida, Alcudiola, Maria, Puigblanc, Castellet i Tanca und die alquería (Landgut) von Galatzó in Calviá. Mit 12 Jahren hatte er zwei schwerwiegende Rechtsstreitigkeiten von seinem Vater geerbt. In einem Streit ging es darum, dass der Graf Steuern eintreiben wollte, weil der König ihm Ländereien in der Gemeinde Santa Margalida überlassen hatte. Der andere Streitfall hatte damit zu tun, dass er die bürgerliche und strafrechtliche Rechtsprechung über die Bewohner seines Ritterguts ausüben wollte, in der Mehrzahl Leute aus dem Dorf Santa Margalida. Schließlich führte der Versuch, ein Feudalregime zugunsten des Grafen aufrechtzuerhalten, zu Missbrauch und Gewaltanwendung, was ihn in der Phantasie der Leute in Verbindung brachte mit der Geschichte des Comte Arnau. Diese bekannte Legende hat sich seit dem Mittelalter über ein populäres Volkslied in Mallorca verbreitet.

Der Comte Mal unterlag in seinem Rechtsstreit gegen das Dorf Santa Margalida und wurde weggejagt, was ihn aber nicht daran hinderte, im damaligen Mallorca eine hochrangige Persönlichkeit zu werden. Glaubt man der Legende, so erscheint er auf einem schwarzen Hengst, umgeben von Flammen, auf dem Berg Galatzó, einer seiner Ländereien. Im Palast Can Formiguera, seinem Wohnsitz an der Straße La Portella neben der Kathedrale in Palma, erzählt man sich, dass der Comte Mal den charakteristischen Turm dieses Baus errichten ließ, um seine Geliebte sehen zu können, die Nonne im Klarissenkloste war. Durch die Literatur des 19. Jahrhunderts und mündliche Überlieferungen entstand eine Mischung aus Legende und Realität, die den Comte Mal zu einem der bekanntesten Mythen der mallorquinischen Volkskultur werden ließ.

Demonstration der Dämonen, Teufel und Feuerbestien

Freitag, 6. Februar 2009

Am kommenden 7. Februar hat die Federació de Dimonis, Diables i Bèsties de foc de les Illes Balears (Verband der Dämonen, Teufel und Feuerbestien der Balearen) zu einer Demonstration in Palma aufgerufen. Dieser Verband ist nicht etwa eine satanische Sekte, sondern eine Vereinigung, in der die zahlreichen Dämonengruppen auf Mallorca, Menorca und Ibiza zusammengeschlossen sind. Der Teufel ist eine wichtige Figur bei vielen Volksfesten auf den Balearen. Es geht darum, dass das Böse vom Guten besiegt wird, wobei das Gute in Form des jeweiligen Schutzheiligen auftritt. Diese Teufels-Figuren sind aber weit mehr als nur Sinnbilder des Bösen, denn sie stellen zudem das spielerische Element dieser Feste dar, und ihnen ist fast alles erlaubt, was sie zu eigentlichen Hautdarstellern macht.

Die Tänze und Vorführungen der Dämonen sind in den katalanisch sprechenden Gebieten wie auch an anderen Orten im Mittelmeerraum eine tief verwurzelte Tradition. Man nimmt an, dass diese Bräuche Ihren Ursprung in mittelalterlichen Theatervorführungen haben. Viele Dörfer auf Mallorca organisieren im Sommer, anläßlich des Fests zu Ehren ihres Schutzpatrons die Correfocs (wörtlich: Feuerläufer) mit großem Feuerwerk. Und damit hängt die Polemik zusammen, die zur Einberufung dieser Demonstration geführt hat. Die Direktive 2007/23CE des Europäischen Parlaments nämlich schränkt den Einsatz von Feuerwerk bei öffentlichen Anläßen außerordentlich stark ein, was die Durchführung der traditionellen Correfocs in Frage stellt.

Auf Mallorca ist der Teufel los!

Dienstag, 13. Januar 2009

Am kommenden Wochenende die meisten der Part Forana (die ganze Insel mit der Ausnahme von Palma) auf Mallorca feiert das Fest von Sant Antoni (der Heilige Antonius Abt) und die Teufel, die den Beginn zu den Winter-Sonnenwende bezeichnet. Am Vorabend von Sant Antoni ist eine der magischen Nächte von Mallorca, deren Feste haben ihren Ursprung in der uralten Fruchtbarkeit Riten. Eine Nacht von Feiern und Spaß, mit der populären Kultur als Hauptfigur.




Nach diesem Link können Sie ein bisschen mehr über das Fest von Sant Antoni und die Teufel auf Mallorca lernen.

Die Ländliche Welt und die Volkskultur auf Mallorca

Freitag, 8. Februar 2002
Musikerpaar mit Dudelsack, Flöte und Trommel.

Musikerpaar mit Dudelsack, Flöte und Trommel.

In der ländlichen Welt hat sich die volkstümliche Tradition mit ihren kulturellen Aktivitäten, die fast immer einen Bezug zu den Arbeiten auf dem Land und der katholischen Religion haben, lebendig erhalten. Die Anpassung des Menschen an seine Umgebung ist ein Hauptmerkmal gewesen, das zur Gestaltung unserer Kultur beigetragen hat. Die geographischen Bedingungen der Isolation, das Klima, der Boden und die Vegetation liessen eine Lebensform, die auf der Selbstversorgung basiert und deren wirtschaftliche Grundlagen die Landwirtschaft und die Viehzucht bildet, andauern.