Artikel-Schlagworte: „Landwirtschaft“

Auswirkung des Tourismus auf die ländliche Umgebung in Mallorca

Donnerstag, 3. Februar 2011

Parallel zur Entwicklung des Tourismus auf Mallorca, hat sich die Landwirtschaft von einem vorherrschenden Erwerbszweig zu einem wenig relevanten Status innerhalb der Wirtschaft gewandelt . Sowohl wegen der Erträge, die sie erzeugt als auch wegen der geringen Zahl der in ihr Beschäftigten. Ende der Fünfziger Jahre und Anfang der Sechziger begann eine bedeutende Flucht der Menschen vom Land zum Tourismussektor und zum Baugewerbe, die beide in ihrer Entwicklung eng miteinander verbunden sind. Auf diese Weise begann eine Krise der traditionellen Landwirtschaft, deren Grundlage die Pflanzen der Trockenkultur sind, wobei Bäume wie der Mandelbaum, der Feigenbaum und der Johannesbrotbaum mit Getreide wie z.B. dem Weizen kombiniert werden, mit dessen Mehl das Brot, die Grundlage der Ernährung, hergestellt wird. Ebenfalls finden wir andere Kulturpflanzen, Weinreben, Olivenbäume in der Serra Tramuntana sowie etwas Viehzucht, hauptsächlich Schafzucht. Heutzutage ist diese Landwirtschaft, fast eine Subsistenzlandwirtschaft, wirtschaftlich nicht rentabel, mit geringen Produktionsmengen und Kosten für Arbeitskräfte und Maschinen, die leicht den Wert der Ernteerträge übertreffen können.

Die traditionellen Kulturpflanzen gestalten die Landschaft, ein Hauptfaktor für die Aufrechterhaltung des Tourismuszweigs, der ein grosses Gewicht in der Wirtschaft der Balearen hat. Deswegen würde sich ihr Verfall sehr negativ auf die Wirtschaft auswirken, trotz ihrer geringen Produktivität. Um sie zu erhalten, muss man sie rentabel machen, wie man das bei der Weinrebe dank der Herstellung von Qualitätsweinen erreicht hat. Oder man muss sie mit öffentlichen Geldern subventionieren. In der Tat gibt es, dank dieser Subventionen, viele Kleinbesitzer, die einen Teil ihrer Freizeit der Pflege ihrer Fincas widmen können.

Der Tourismus und die Entwicklung der Stadtgebiete haben eine starke Nachfrage an frischem Gemüse erzeugt. Dies hat für dessen Anbau eine intensive, hoch technisierte Landwirtschaft der künstlichen Bewässerung gefördert. Die Produktion ist jedoch nicht ausreichend, um diese Nachfrage zu decken. Der Steigerung sind durch die Wasserknappheit Grenzen gesetzt und das Wasser ist für diese Art von Kulturpflanzen ein in grossen Mengen benötigtes Mittel.

Die Aufgabe der landwirtschaftlichen Tätigkeit ging einher mit einem Wandel bei der Nutzung des Bodens als Wohnsitz. Was zu einer starken Wertspekulation geführt hat. Diese wurde verschlimmert durch das Auftreten von Bürgern aus Nordeuropa, hauptsächlich Deutschen, die mit einem Einkommen, das viel höher ist als der mallorquinische Durchschnitt, zur enormen Verteuerung der Preise beigetragen haben. Gegenwärtig wird der Wert einer Finca nicht an deren produktiven Fähigkeit gemessen, sondern an den vom Gesetz zugelassenen Möglichkeiten zum Wohnungsbau. Diese Verteuerung erschwert die Rentabilität des Landwirtschaftssektors noch mehr.

Anfangs wohnten die Touristen ausschliesslich in den Touristenzentren der Küste, im Lauf der Zeit sind sie jedoch in den ländlichen Raum vorgedrungen. Sie wohnten in Zweitwohnsitzen, in Fincas des Landtourismus oder in kleinen Landhotels. Dies ist eine Art von Tourismus, der respektvoll mit der Umwelt umgeht, der nicht unbedingt mehr Landverbrauch bedeuten muss. Auf diese Weise können Einkommen erzielt werden, die für die Erhaltung der Landschaft und des architektonischen Erbes des ländlichen Raums notwendig sind.

Das Schwein und das Schlachtfest auf Mallorca

Samstag, 11. Dezember 2010
Schwarze Schweine mallorquinischer Rasse vor einem Brunnen.

Schwarze Schweine mallorquinischer Rasse vor einem Brunnen.

Das Schwein hatte und hat immer noch eine grosse Bedeutung auf dem Lande, sein gesalzenes Fleisch (Knochen und Speck) oder auch verarbeitet in Würsten wie der “sobrasada, “botifarrons”, “camaiot” und “blanquets” unter anderen. Dies war fast das einzige Fleisch, das die Bauern lange Zeit das Jahr hindurch gegessen haben. Es ist nicht verwunderlich, dass es eine grosse Bedeutung in der mallorquinischen Gastronomie hat. Die Schlachtung des Schweins ist ein wichtiges Ereignis auf dem bäuerlichen Kalender im Winter. An diesem Tag versammeln sich die Familien, um daraus ein Fest zu machen. Der grösste Teil seines Fleischs ist für die Herstellung von Würsten bestimmt, wobei wirklich alles verwertet wird. Sobald die Schlachtung beendet ist, wird reichlich gegessen, wobei es an nichts mangelt. In früheren Zeiten hat sich das Fest mit Musik und Tänzen in die Länge gezogen, eine Sitte, die mit den neuen Formen der Unterhaltung verloren gegangen ist. Diese Tradition erhält sich lebendig und es gibt viele Familien, die ohne auf dem Land zu arbeiten das Jahr über ein Schwein mästen oder eins kaufen mit dem Ziel, ein Schlachtfest zu feiern. Auf diese Weise erhält man Würste, die eine höhere Qualität aufweisen als die, die wir in den Geschäften finden können, vor allem die “sobrasada”, die während des gesamten Jahrs verzehrt wird. Diese Tradition wird sich nur schwer lange Zeit weiter erhalten lassen. In dem Mass, wie die Menschen, die jenes ländliche Mallorca vor dem touristischen Boom der Sechziger Jahre gelebt haben, von uns gehen, wird sie langsam verschwinden. Die derzeitige Ernährung, bei der das frische Fleisch ein Hauptbestandteil ist, hat die Bedeutung der Würste als Proteinquelle unserer Diät entscheidend geschmälert. Ausserdem wurden die neuen Generationen grösstenteils fernab vom Land und dessen Arbeiten erzogen.

Das Schwein mallorquinischer Rasse ist schwarz mit heller oder schiefergrauer Färbung. Diese Pigmentierung entspricht der geographischen Situation und macht es widerstandsfähiger gegen die Sonnenstrahlen. Trotzdem kommt es nicht so häufig wie das weisse Schwein vor und steht für die Herstellung von Qualitätswurst.

Das Naturschauspiel der Mandelblüte

Samstag, 31. Januar 2009

Der Mandelbaum auf Mallorca

Der Mandelbaum ist einer der typischsten Bäume der Insellandschaft, zwischen den Monaten Januar und Februar bietet er uns auf Mallorca mit seiner Blüte ein besonderes Schauspiel. Man glaubt, dass er aus Zentralasien stammt, doch kennt man seinen Anbau im Süden Europas bereits seit der griechischen Epoche. Wahrscheinlich wurde er auf Mallorca von den Römern eingeführt, wenn er sich auch erst im 19. Jahrhundert ausbreitete, dank der Verbreitung, die die “Real Sociedad Económica de Amigos del País” in Angriff nahm. Begünstigt durch die von der Reblaus ausgelösten Krise der Weinreben und durch den Bau eines Eisenbahnnetzes im Inselinnern, das den Transport der Mandel zum Hafen von Palma erleichterte. Die Mandel ist immer eine für den Export bestimmte Kulturpflanze gewesen, anfangs gewann man aus ihr Öl für den Export zu den amerikanischen Kolonien, wo es bei der Verarbeitung von kosmetischen und pharmakologischen Produkten eingesetzt wurde. Nach der Unabhängigkeit der Kolonien begann man, die gesamte Frucht auf das Festland und ins Ausland zu exportieren. Die Mandel war ein wichtiger Faktor für die landwirtschaftlichen Einkommen der Fincas, wo sie angebaut wurde, bis die Wirtschaft Mallorcas eine Kehrtwende Richtung Tourismus machte und die Landflucht einsetzte.

Zur Zeit ist die Produktion gering und es werden sehr niedrige Preise erzielt. Das liegt an der Existenz von zahlreichen verschiedenen Unterarten und am Alter von zu alten Bäumen, die auf wenig fruchtbaren Böden gepflanzt wurden, wo oft auch Viehfutter und Getreide ausgesät werden, was eine Verringerung der Produktion mit sich bringt. Letzten Endes befindet sich der Sektor in einem Prozess des Niedergangs, in dem keine Investitionen in technologische Verbesserungen getätigt werden. Dagegen wird ihr Anbau in anderen Regionen mit mediterranem Klima gefördert, mit der Aussicht auf interessante wirtschaftliche Gewinne, vor allem in Kalifornien.

Auf Mallorca hat es nie bedeutende Industriezweige zur Verarbeitung der Mandel gegeben, sie findet jedoch grosse Verwendung in der Gastronomie. Besonders bei der Herstellung von Nachspeisen; der “gató”, das Mandeleis und der “turrón” aus Mandeln sind zwei gute Beispiele dafür. Das Holz des Mandelbaums ist fest und hat eine angenehme Farbe, aber es bekommt leicht Risse. Aus diesem Grund wurde es nicht massiv bei der Herstellung von Möbel eingesetzt. Als Brennstoff für den Kamin ist es jedoch sehr beliebt.

Der Weinreben und die Weinherstellung auf Mallorca

Freitag, 8. Februar 2002
Das Innere eines Weinkellers, wo eine Frau den Wein misst, bevor sie ihn in ein Gefäss schüttet. Die Weinkeller, wo der Wein verkauft wurde, wurden in Stätten der gesellschaftlichen Begegnung umgewandelt, bis sie schliesslich zu den jetztigen traditionellen Restaurants Mallorcas wurden.

Das Innere eines Weinkellers, wo eine Frau den Wein misst, bevor sie ihn in ein Gefäss schüttet. Die Weinkeller, wo der Wein verkauft wurde, wurden in Stätten der gesellschaftlichen Begegnung umgewandelt, bis sie schliesslich zu den jetztigen traditionellen Restaurants Mallorcas wurden.

Der Weinanbau wurde wahrscheinlich auf Mallorca bei der römischen Eroberung im Jahr 123 v.C. eingeführt. In der islamischen Epoche (von 903 bis 1229) ist sein Anbau dokumentiert, auch wenn er vermutliche keine bedeutende Entwicklung erlebt hat, da von der Rebe kein Wein hergestellt wurde. Dagegen waren die Rosinen ein wichtiger Bestandteil der arabischen Diät.

Mit der katalanischen Eroberung im Jahr 1229 nahm die Verbreitung der Weinrebe gewaltig zu. Die Weinberge kamen mit dem Zweck auf, Wein zu produzieren. Wahrscheinlich hat sich die neue, von den Eroberern vorrausgesagte landwirtschafliche Orientierung grösstenteils auf diese Kulturpflanze zusammen mit dem Olivenbaum gestützt. Die Weinrebe entwickelte sich zu einer Monokultur mit kolonialem Charakter, zumindest gab es ernsthafte Versuche, dies zu erreichen. Infolgedessen war die Kulturpflanze fast überall in den Regionen Mallorcas verbreitet. In den meisten Häusern gab es einen Weinkeller, selbst in kleinen und einfachen Häusern. Im 15. Jahrhundert griff eine Plage die Weinberge Mallorcas an und verursachte einen grossen Rückgang, sodass diese Kulturpflanze aus vielen Gegenden verschwand.

Die Weinrebe breitete sich während des 18. Jahrhunderts und während des ersten Drittels des 19. Jahrhunderts aus. Diese Ausbreitung wurde durch die Tatsache begünstigt, dass für die Weinstöcke, die von jenem Moment an gesetzt wurden, für 20 Jahre eine Steuerbefreiung bewilligt wurde. Die Produktion erlebte aufgrund verschiedener Plagen bis Ende des 19. Jahrhunderts Höhen und Tiefen, als die Weinberge wegen der Nachfrage aus Frankreich eine gewaltige Steigerung erfuhren.

Die Reblaus hatte die französischen Pflanzungen zerstört und im Jahr 1882 unterzeichnete man einen Handelsvertrag zwischen Frankreich und Spanien, der den Export der spanischen Weine begünstigte. Auf Mallorca vervielfachten sich die Weinberge auf Gelände, das früher mit Subsistenz-Kulturpflanzen wie z.B. Getreide oder Hülsenfrüchten bedeckt war oder auch brach lag. Diese Ausbreitung war mit Spekulationen verbunden und der Quantität wurde vor der Qualität Vorrang gegeben. 1891 gab es auf Mallorca 30.000 Hektar Weinberge, die grösste Ausdehnung, die es je gab.

Der Aufschwung der Weinrebe wurde als einer der Gründe für die Zunahme des Kleinbesitzes angesehen. Das Auftreten der Reblaus im gleichen Jahr führte zum Verschwinden von sämtlichen Weinbergen Mallorcas, was eine starke Wirtschaftskrise hervorrief. Viele Landwirte, Tagelöhner und Kleinbesitzer mussten emigrieren, vor allem nach Kuba, Puerto Rico, Argentinien und Algerien. Die Lösung für die Reblausplage war ein erneutes Pflanzen der Weinrebe mit amerikanischen Setzlingen. Trotzdem wurden in vielen Regionen andere Kulturpflanzen gesetzt, insbesondere Getreide und Mandelbäume. Die Reblaus brachte die mangelnde Voraussicht in einem Sektor zu Tage, der nicht gerüstet war, um auf einem Weltmarkt zu konkurrieren. Ausserdem setzte Frankreich im Jahr 1892 Zollbestimmungen durch, die die mallorquinischen Exporte benachteiligten.

Im 20. Jahrhundert erholte sich der Weinbau, besonders in Felanitx. Dank der Gründung der enologischen Station, die wissenschaftlichere Anbautechniken verbreitete. Die Produktion war während des 20. Jahrhunderts bis in die Achziger Jahre mehr oder weniger konstant. Zu diesem Zeitpunkt geriet der Weinbau in eine schwere Krise, verursacht durch den allgemeinen Niedergang der Landwirtschaft auf Mallorca, genauer gesagt durch die mangelnde Rentabilität und die grosse Konkurrenz auf diesem Sektor. Andere Nachteile sind eine exzessive Parzellierung und eine zu hohe Zahl an Weinreben pro Hektar, die die Mechanisierung erschweren. Ausserdem verursachten die Hilfen von der Europäischen Union zur Aufgabe dieser Kultur die Zerstörung von ca. 1000 Hektar zwischen den Jahren 1985 und 1996.

Gegenwärtig erholt sich der Anbau der Weinrebe, dank der Herstellung von Qualitätsweinen, die mit beschränkten Produktionsmengen und einer starken , durch den Tourismus begünstigten inländischen Nachfrage gute Preise auf den Märkten erzielen. Als regulierende Faktoren der Weinqualität gibt es auf Mallorca zwei Herkunftsbezeichnungen; Die Herkunftsbezeichnung Binissalem und die von “Pla i Llevant de Mallorca“.

Besitstruktur des Landes auf Mallorca

Freitag, 8. Februar 2002

Früher war das Land in der Hand von Adligen, die im allgemeinen in der Stadt von den Einkünften aus der Verpachtung ihrer Ländereien lebten. Mit dem wirtschaftlichen Niedergang dieser herrschenden sozialen Klasse, konnten die Bauern Zugang zum Landbesitz erhalten und damit der beinahe feudalen Ausbeutung entkommen, der sie ausgeliefert waren.

Gegenwärtig ist das Land grösstenteils auf kleine Besitztümer verteilt, die Einheiten von Familienbetrieben bildeten. Dies ist das Ergebnis der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrhunderte im ländlichen Raum Mallorcas. Zwischen der zweiten Hälfte des 19. und der ersten des 20. Jahrhunderts erfolgen die grossen Veränderungen bei der Besitzstruktur, die Tagelöhner erhalten Zugang zum Landbesitz und infolgedessen festigt sich eine Landarbeiterklasse von Kleinbesitzern. Das übliche System zum Verkauf der Parzellen seitens der Grossgrundbesitzer war das sogenannte “L’Establiment a cens”. Dies bestand darin, dem Eigentümer eine anfängliche “estrada” zu bezahlen und der Rest wurde in regelmässigen Abständen mit einem jährlichen Zins, dem “cens” bezahlt. Dies war nicht nur ein Darlehen, da sich der Eigentümer einen Teil des Nutzbereichs des Besitzes mit den sogenannten “alodials”- Rechten vorbehielt.

Das Rindvieh auf Mallorca

Freitag, 8. Februar 2002

Die klimatischen Bedingungen sind die Ursache für den Mangel an natürlichen Viehweiden und haben eine bedeutende Entwicklung der Viehzucht verhindert. Diese hat, historisch gesehen, eine ergänzende Rolle zur Landwirtschaft gespielt.

Es ist eine einheimische Rinderrasse erhalten geblieben, die möglicherweise mit der auf Sardinien heimischen verwandt ist. Sie wurde für die landwirtschaftlichen Arbeiten eingesetzt, insbesondere die kastrierten männlichen Tiere. Bis zum 1. Weltkrieg fing man nicht an, deren Fleisch und Milch zu verzehren. Gegenwärtig ist sie langsam am Aussterben, da sie als Zugkraft von den Landwirtschaftsmaschinen ersetzt wurde und ihr Ertrag an Fleisch und Milch geringer ist als der fremder Rassen. Im Naturpark S’Albufera kann man mehrere Exemplare davon sehen.

Pferde, Maultiere und Esel

Freitag, 8. Februar 2002

Das waren die für den Transport eingesetzten Zugtiere. Viele der landwirtschaftlichen Arbeiten hingen von ihrer Kraft ab, zum Beispiel bei den Wasserrädern, um Wasser herauszuholen, bei den Wassermühlen, um zu mahlen, auf den Feldern, um zu pflügen etc. Mit der Mechanisierung wurden sie stark zurückgedrängt.

Das ging so weit, dass es einen Plan zur Vermehrung des Esels mallorquinischer Rasse gibt, der vom Aussterben bedroht ist. Die Situation des Pferdes ist ganz anders, dank dem augenblicklichen Aufschwung der mit dem Reiten zusammenhängenden Sportarten. Unter diesen ist die grosse Begeisterung für die Trabrennen , besonders in Palma und in Manacor, hervorzuheben.

Das Schaf und die Ziege

Freitag, 8. Februar 2002

Das Schaf ist das typischste Tier der mallorquinischen Landschaft. Wir finden es grasend zwischen Baumpflanzungen. Früher gab es die Person des Schäfers, der die Schafe hütete, während sie weideten, manchmal hat er die Herden von der Sommerweide auf die Winterweide geführt. Von diesem Tier erhält man Wolle für die Verarbeitung von Stoffen, die einen geringen Marktwert haben, Milch für die Herstellung von Käse und das Fleisch von den Lämmern, das zweifellos wegen seiner Qualität am meisten geschätzt wird und das von Tieren stammt, die sich ausschliesslich von natürlichem Futter ernähren. Trotzdem ist die Schafhaltung von öffentlichen Hilfen abhängig. Und gleichzeitig importiert die Hotelindustrie große Mengen an Lammfleisch aus so entlegenen Gebieten wie Australien und Neuseeland zu viel niedrigeren Preisen als das mallorquinische Fleisch.

Die Ziege war früher in allen Landhäusern gegenwärtig, als Milch- und Fleischerzeugendes Tier. Heutzutage ist der Verzehr gering und man kann nur wenige Ziegenherden sehen. Öfter trifft man sie in den Gebirgszonen, in einigen Fällen kann man sie sogar in wildem Zustand sehen.

Der Olivenbaum und der Verzehr von Olivenöl

Freitag, 8. Februar 2002
Abbildung aus Die Balearen mit dem Stein, der zum Pressen der Oliven benutzt wird und somit zum Abziehen des Öls , in der Ölmühle von Massanella, einer Finca in der Serra Tramuntana

Abbildung aus "Die Balearen" mit dem Stein, der zum Pressen der Oliven benutzt wird und somit zum Abziehen des Öls , in der Ölmühle von Massanella, einer Finca in der Serra Tramuntana

Der Anbau des Olivenbaums und der Verzehr von Olivenöl haben eine grosse Tradition auf Mallorca. Tatsächlich ist das Olivenöl ein Hauptbestandteil der mallorquinischen Küche, früher wurde es auch für die Beleuchtung der Häuser verwendet. Der Olivenbaum ist ein typisch mediterraner Baum, der sich sehr gut an das besondere Inselklima angepasst hat, vor allem in der Serra Tramuntana, wo er mit einigen tausendjährigen Bäumen Teil der Landschaft ist. Sein Holz wird sehr geschätzt, da es lange Zeit hält.

Mit Beginn des 16. Jahrhunderts erfuhr sein Anbau und die Ölproduktion einen grossen Aufschwung, besonders in den Dörfern der Serra Tramuntana, unter denen Soller der Haupterzeuger ist. Dieser Anbau bedeutete lange Zeit für die Fincas dieser Dörfer die wichtigste Einnahmequelle, fast alle besassen eine eigene Ölmühle. Die Ölüberschüsse des Inselkonsums waren für den Export bestimmt, für wirtschaftlich starke Plätze wie London, Amsterdam, Rotterdam, Hamburg oder Marseille. Daher rührte das Interesse der herrschenden sozialen Schichten, dessen Produktion und dessen Kommerzialisierung zu kontrollieren. Das exportierte Öl wurde mehr als für den menschlichen Verzehr, als Rohstoff bei industriellen Prozessen verwendet. In England und Holland benötigten sie mittelmässige Öle in ihren Textilfabriken. Marseille, mit einer mächtigen chemischen Industrie, importierte Öl aus Mallorca, das, nachdem es mit anderen Bestandteilen gemischt wurde, in Seife verwandelt wurde.

Zwischen der zweiten Hälfte des 17. und den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts machte das Öl zwischen 65 und 85 Prozent der mallorquinischen Exporte aus. Ab 1850 spielte das Öl als Exportprodukt eine Nebenrolle, da sich einerseits andere Produkte wie der Wein und die Mandel durchsetzten. Andererseits begann der internationale Markt Ende des 19. Jahrhunderts das Interesse am mallorquinischen Öl zu verlieren, das mehrheitlich eine geringe Qualität hatte. Die Verbraucher aus Europa und Amerika zogen das italienische Öl vor. Trotz des Rückgangs bei den Exporten bis Anfang des 20. Jahrhunderts ist das Öl weiterhin die wichtigste Einnahmequelle der Fincas der Serra Tramuntana mit eigener Ölmühle gewesen.

Gegenwärtig haben die Schwierigkeiten beim Anbau des Olivenbaums in der Serra Tramuntana die Ölproduktion drastisch verringert. Aufgrund der Orographie der Serra, die den Zugang mit mechanischen Mitteln erschwert, der Plagen und des schlechten Zustands der Olivenhaine. Aus den Früchten der Olive mallorquinischer Sorte, die auf 300 bis 600 m Höhe angebaut wird, erhält man das Naturöl der Serra Tramuntana (Oli verge de la Serra de Tramuntana). Dieses Öl hat die Bezeichnung “kontrollierte Qualität” (Qualitat Controlada QC), was eine Anerkennung seitens des “Ministeriums für Landwirtschaft und Fischfang” der Autonomen Region der Balearischen Inseln bedeutet.

Der Feigenbaum auf Mallorca

Freitag, 8. Februar 2002
Auf Rohrgeflechten ausgebreitete Feigen, die in der Sonne trocknen.

Auf Rohrgeflechten ausgebreitete Feigen, die in der Sonne trocknen.

Der Feigenbaum ist ein einheimischer Baum Mallorcas. Die Ausdehnung seines Anbaus ergab sich im 19. Jahrhundert, begünstigt durch die Parzellierungen des ländlichen Besitzes in jener Epoche. Er wurde, nach dem Olivenbaum, zum meist verbreiteten Baum auf Mallorca und ist bei den kleinen und mittleren Betrieben stark vertreten.

Es ist gegen Ende des Sommers, wenn die Feigensaison anbricht, nachdem sie gepflückt sind, sind sie für den Verzehr von Mensch und Tier bestimmt, entweder als frische Frucht oder als Tockenfrucht. Beim Trockenprozess wird die Feige mit Zucker angereichert, der zugleich zu ihrer Konservierung beiträgt. Um sie zu trocknen, führte man einen sogenannten “sequer” durch. Er bestand darin, die Feigen auf einem Rohrgeflecht in der Sonne auszubreiten. In den Nächten mussten sie hereingeholt oder auch aufgehäuft werden, um zu vermeiden, dass der Tau sie verdarb. Dieser Prozess wurde sieben oder acht Tage lang wiederholt, bis sie völllig trocken waren. Während dieser Zeit wurden sie platt gedrückt und gedreht und gleichzeitig wurden die besten ausgewählt. Wenn schlechtes Wetter war, wurden sie im Ofen getrocknet.

Die für den menschlichen Vezehr bestimmten Feigen wurden platt gedrückt, bis sie rund und platt waren. Anschliessend wurden sie in Holzkisten oder in Tongefässen gelagert. Bei besonderen Gelegenheiten wie der Schlachtung des Schweins wurden trockene Feigen mit Anis und Zucker in Kristall- oder Tongefässen zubereitet. Es wurden auch Feigenbrote hergestellt, mit zerdrückten Feigen, Schnaps und Anissamen. Heutzutage kann mann diese Produkte noch finden, doch sie sind nicht mehr ein Lebensmittel des täglichen Bedarfs. Dies hat zu einem Rückgang beim Anbau der Feige geführt und gleichzeitig hat sie, aufgrund der Fettmenge, die die Tiere bei ihrem Konsum aufnehmen, an Bedeutung als Futtermittel verloren.