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Besichtigung des Landguts Planícia

Mittwoch, 8. April 2009

An allen Wochenden und Feiertagen im April und Mai wird von 10 Uhr bis 18 Uhr ein kostenloser Bustransfer angeboten. Die Busse verbinden im 20-Minuten-Takt die Dörfer Banyalbufar und Estellencs mit dem öffentlich zugänglichen Landgut, welches vor kurzem von der Regierung der Balearen erworben wurde. Die Initiative, mit der Planícia bekannt gemacht werden soll, wird nun dank eines Kollaborationvertrags zwischen dem Umweltministerium und der Stiftung der Sparkasse La Caixa verwirklicht.

Ende Mai, wenn der Busbetrieb wieder eingestellt wird, soll ein Wanderweg nach Planícia eröffnet werden, sodass ein Zugang von Estellencs und Banyalbufar her zu Fuß möglich wird.

Das ehemalige Landgut Planícia liegt im Süden der Serra de Tramuntana und umfasst etwa einen Viertel der Fläche der Gemeinde Banyalbufar. Das Gelände liegt zum Meer hin mit spektakulärer Aussicht auf die Küste der Gebirge, weshalb die Gegend bei Wanderfreunden sehr beliebt ist. Von den verschiedenen möglichen Wanderrouten möchten wir speziell den Aufstieg zum Gipfel Mola de Planícia erwähnen.

Die Gebäude sollen restauriert werden, wobei die Einrichtung eines Informationszentrums zur Serra de Tramuntana – als Ergänzung zu demjenigen in Lluc - und einer Berghütte erwogen werden. Planícia ist nämlich Teil der Wanderroute von Pedra en Sec. Geplant sind außerdem die Herrichtung und Beschilderung von Wanderwegen und Rastplätzen, um die Gegend mit ihrer Natur und ihrem Kulturerbe bekannt zu machen, vor allem die Steineichenwälder und die Spuren der Arbeit der Köhler, die in früheren Zeiten die Ressource Wald auf diese Weise nutzten.

Als letztes muss erwähnt werden, dass bei der Restaurierung des Landguts Planícia und bei seiner Anpassung an die öffentliche Nutzung 20 auf dem Arbeitsmarkt benachteiligte Personen Arbeit erhalten .

Das Naturschauspiel der Mandelblüte

Samstag, 31. Januar 2009

Der Mandelbaum auf Mallorca

Der Mandelbaum ist einer der typischsten Bäume der Insellandschaft, zwischen den Monaten Januar und Februar bietet er uns auf Mallorca mit seiner Blüte ein besonderes Schauspiel. Man glaubt, dass er aus Zentralasien stammt, doch kennt man seinen Anbau im Süden Europas bereits seit der griechischen Epoche. Wahrscheinlich wurde er auf Mallorca von den Römern eingeführt, wenn er sich auch erst im 19. Jahrhundert ausbreitete, dank der Verbreitung, die die “Real Sociedad Económica de Amigos del País” in Angriff nahm. Begünstigt durch die von der Reblaus ausgelösten Krise der Weinreben und durch den Bau eines Eisenbahnnetzes im Inselinnern, das den Transport der Mandel zum Hafen von Palma erleichterte. Die Mandel ist immer eine für den Export bestimmte Kulturpflanze gewesen, anfangs gewann man aus ihr Öl für den Export zu den amerikanischen Kolonien, wo es bei der Verarbeitung von kosmetischen und pharmakologischen Produkten eingesetzt wurde. Nach der Unabhängigkeit der Kolonien begann man, die gesamte Frucht auf das Festland und ins Ausland zu exportieren. Die Mandel war ein wichtiger Faktor für die landwirtschaftlichen Einkommen der Fincas, wo sie angebaut wurde, bis die Wirtschaft Mallorcas eine Kehrtwende Richtung Tourismus machte und die Landflucht einsetzte.

Zur Zeit ist die Produktion gering und es werden sehr niedrige Preise erzielt. Das liegt an der Existenz von zahlreichen verschiedenen Unterarten und am Alter von zu alten Bäumen, die auf wenig fruchtbaren Böden gepflanzt wurden, wo oft auch Viehfutter und Getreide ausgesät werden, was eine Verringerung der Produktion mit sich bringt. Letzten Endes befindet sich der Sektor in einem Prozess des Niedergangs, in dem keine Investitionen in technologische Verbesserungen getätigt werden. Dagegen wird ihr Anbau in anderen Regionen mit mediterranem Klima gefördert, mit der Aussicht auf interessante wirtschaftliche Gewinne, vor allem in Kalifornien.

Auf Mallorca hat es nie bedeutende Industriezweige zur Verarbeitung der Mandel gegeben, sie findet jedoch grosse Verwendung in der Gastronomie. Besonders bei der Herstellung von Nachspeisen; der “gató”, das Mandeleis und der “turrón” aus Mandeln sind zwei gute Beispiele dafür. Das Holz des Mandelbaums ist fest und hat eine angenehme Farbe, aber es bekommt leicht Risse. Aus diesem Grund wurde es nicht massiv bei der Herstellung von Möbel eingesetzt. Als Brennstoff für den Kamin ist es jedoch sehr beliebt.

In Mallorca scheint wieder die Sonne

Samstag, 20. Dezember 2008

Nach einer Woche starker Regenfälle, den intensivsten der letzten Jahre mit Messungen von über 250 Litern pro Quadratmeter an einigen Stellen der Serra de Tramuntana Gebirge, scheint nun wieder die Sonne, und die Temperaturen erreichen voraussichtlich 16º C auf allen vier Inseln, während die Minimalwerte um 8º C liegen. Das stürmische Wetter der vergangenen Woche führte zu zahlreichen Zwischenfällen wie gesperrten Straßen wegen Überschwemmungen, Felstürzen und Schneefällen an einigen Stellen im Berggebiet. Wegen der intensiven Niederschläge mussten auch die Bewohner einiger Häuser in Palma evakuiert werden. Aber die Meldung, die in den letzten Tagen am meisten Aufsehen erregte, war der Einsturz eines im Bau befindlichen Hotels in Cala Rajada, bei dem vier Arbeiter ums Leben kamen, und der teilweise auf die starken Regenfälle zurückgeführt wird.

Zur Zeit sind die höchsten Gipfel der Serra Tramuntana, der Puig Mayor und der Massanella schneebedeckt und bieten eine bezaubernd schöne Kulisse, die von vielen Orten Mallorcas aus sichtbar ist. Zweifellos bietet dieses Wochende die einzigartige Gelegenheit, bei Sonnenschein den Schnee in den Bergen Mallorcas zu genießen.

Raconers Trekking zum Gipfel Massanella

Samstag, 20. December 2008


Regelung des Zugangs zur Tramuntana Gebirge

Donnerstag, 13. November 2008

Die Serra de Tramuntana Gebirge wird von Besuchern derart überschwemmt, dass in Wanderkreisen die Forderung laut wurde, den Zugang zu regeln, um die empfindlichen Ökosysteme zu schützen, die in dieser zweifellos größten und wichtigsten Naturlandschaft Mallorcas liegen.

Küste bei Banyalbufar in der Tramuntana Gebirge

Küste bei Banyalbufar in der Tramuntana Gebirge

Schätzungsweise 30.000 Personen besuchen jedes Wochenende die Berglandschaft ohne jede Einschränkung. Dies ist mittlerweile zu einer Gefahr für die Flora und Fauna geworden. Tatsächlich bestehen schon Schutzgebiete, deren Betreten ohne eine Bewilligung des Umweltministeriums der Autonomieregierung der Balearen nicht erlaubt ist. Dabei geht es um den Schutz der Nistgebiete der Mönchsgeier und um den Lebensraum der Mallorca-Geburtshelferkröte („Ferreret“). Beides sind geschützte Arten, letzere kommt endemisch im Gebiet der Serra de Tramuntana vor.

Für die Wanderer auf Mallorca ist die Serra de Tramuntana das wichtigste Ausflugsgebiet mit einzigartigen Landschaften, wobei der Blick aufs Meer immer im Vordergrund steht. Die Wanderungen führten schon immer über die Wege, die den Bewohnern während Jahrhunderten als Verbindungen zwischen den Dörfern dienten. Dass diese Wege öffentlich sind, wird manchmal in Frage gestellt, denn es gibt keine entsprechende Bestimmung. So kam es dazu, dass manche Beitzer privater Grundstücke die über ihr Land führenden Wege sperrten. Der Ansturm der Wanderer wurde ihnen unangenehm und führte wegen der Schäden, die sie verursachten, zu einer Ablehnung. Man muss hier erwähnen, dass das Land in der Serra de Tramuntana in große Grundstücke aufgeteilt ist, von denen die meisten in privatem Besitze sind.

Der Wander- und Kletterverband der Balearen (Federació Balear d’Excursionisme i Escalada), zu dem die zwanzig bestehenden Wandergruppen Mallorcas gehören, fordert die Anerkennung des „montañismo“ (Bergwandern und Bergsteigen) als Sportart, nicht nur als Freizeitaktivität wie bisher. Dadurch fiele er unter das Sportgesetz der Balearen, womit eine Linzenz obligatorisch würde mit einer Versicherung, die Haftpflicht und allfällige Entschädigungen sowie medizinische Versorgung deckt.

Es wurde schon oft über die Notwendigkeit gesprochen, die Serra Tramuntana Gebirge zu einem großen Naturschutzgebiet zu erklären, und somit alle menschlichen Eingriffe zu regeln mit dem Ziel, diese wertvolle Naturlandschaft zu erhalten. Gegen diese Idee machen allerdings einflussreiche Besitzer der großen Grundstücke Front. Während Sie viele öffentliche Mittel für den Unterhalt ihres Landes erhalten, weisen sie paradoxerweise auch den kleinsten Eingriff der öffentlichen Hand in ihren Privatbesitz zurück.

Das Rindvieh auf Mallorca

Freitag, 8. Februar 2002

Die klimatischen Bedingungen sind die Ursache für den Mangel an natürlichen Viehweiden und haben eine bedeutende Entwicklung der Viehzucht verhindert. Diese hat, historisch gesehen, eine ergänzende Rolle zur Landwirtschaft gespielt.

Es ist eine einheimische Rinderrasse erhalten geblieben, die möglicherweise mit der auf Sardinien heimischen verwandt ist. Sie wurde für die landwirtschaftlichen Arbeiten eingesetzt, insbesondere die kastrierten männlichen Tiere. Bis zum 1. Weltkrieg fing man nicht an, deren Fleisch und Milch zu verzehren. Gegenwärtig ist sie langsam am Aussterben, da sie als Zugkraft von den Landwirtschaftsmaschinen ersetzt wurde und ihr Ertrag an Fleisch und Milch geringer ist als der fremder Rassen. Im Naturpark S’Albufera kann man mehrere Exemplare davon sehen.

Pferde, Maultiere und Esel

Freitag, 8. Februar 2002

Das waren die für den Transport eingesetzten Zugtiere. Viele der landwirtschaftlichen Arbeiten hingen von ihrer Kraft ab, zum Beispiel bei den Wasserrädern, um Wasser herauszuholen, bei den Wassermühlen, um zu mahlen, auf den Feldern, um zu pflügen etc. Mit der Mechanisierung wurden sie stark zurückgedrängt.

Das ging so weit, dass es einen Plan zur Vermehrung des Esels mallorquinischer Rasse gibt, der vom Aussterben bedroht ist. Die Situation des Pferdes ist ganz anders, dank dem augenblicklichen Aufschwung der mit dem Reiten zusammenhängenden Sportarten. Unter diesen ist die grosse Begeisterung für die Trabrennen , besonders in Palma und in Manacor, hervorzuheben.

Das Schaf und die Ziege

Freitag, 8. Februar 2002

Das Schaf ist das typischste Tier der mallorquinischen Landschaft. Wir finden es grasend zwischen Baumpflanzungen. Früher gab es die Person des Schäfers, der die Schafe hütete, während sie weideten, manchmal hat er die Herden von der Sommerweide auf die Winterweide geführt. Von diesem Tier erhält man Wolle für die Verarbeitung von Stoffen, die einen geringen Marktwert haben, Milch für die Herstellung von Käse und das Fleisch von den Lämmern, das zweifellos wegen seiner Qualität am meisten geschätzt wird und das von Tieren stammt, die sich ausschliesslich von natürlichem Futter ernähren. Trotzdem ist die Schafhaltung von öffentlichen Hilfen abhängig. Und gleichzeitig importiert die Hotelindustrie große Mengen an Lammfleisch aus so entlegenen Gebieten wie Australien und Neuseeland zu viel niedrigeren Preisen als das mallorquinische Fleisch.

Die Ziege war früher in allen Landhäusern gegenwärtig, als Milch- und Fleischerzeugendes Tier. Heutzutage ist der Verzehr gering und man kann nur wenige Ziegenherden sehen. Öfter trifft man sie in den Gebirgszonen, in einigen Fällen kann man sie sogar in wildem Zustand sehen.

Der Olivenbaum und der Verzehr von Olivenöl

Freitag, 8. Februar 2002
Abbildung aus Die Balearen mit dem Stein, der zum Pressen der Oliven benutzt wird und somit zum Abziehen des Öls , in der Ölmühle von Massanella, einer Finca in der Serra Tramuntana

Abbildung aus "Die Balearen" mit dem Stein, der zum Pressen der Oliven benutzt wird und somit zum Abziehen des Öls , in der Ölmühle von Massanella, einer Finca in der Serra Tramuntana

Der Anbau des Olivenbaums und der Verzehr von Olivenöl haben eine grosse Tradition auf Mallorca. Tatsächlich ist das Olivenöl ein Hauptbestandteil der mallorquinischen Küche, früher wurde es auch für die Beleuchtung der Häuser verwendet. Der Olivenbaum ist ein typisch mediterraner Baum, der sich sehr gut an das besondere Inselklima angepasst hat, vor allem in der Serra Tramuntana, wo er mit einigen tausendjährigen Bäumen Teil der Landschaft ist. Sein Holz wird sehr geschätzt, da es lange Zeit hält.

Mit Beginn des 16. Jahrhunderts erfuhr sein Anbau und die Ölproduktion einen grossen Aufschwung, besonders in den Dörfern der Serra Tramuntana, unter denen Soller der Haupterzeuger ist. Dieser Anbau bedeutete lange Zeit für die Fincas dieser Dörfer die wichtigste Einnahmequelle, fast alle besassen eine eigene Ölmühle. Die Ölüberschüsse des Inselkonsums waren für den Export bestimmt, für wirtschaftlich starke Plätze wie London, Amsterdam, Rotterdam, Hamburg oder Marseille. Daher rührte das Interesse der herrschenden sozialen Schichten, dessen Produktion und dessen Kommerzialisierung zu kontrollieren. Das exportierte Öl wurde mehr als für den menschlichen Verzehr, als Rohstoff bei industriellen Prozessen verwendet. In England und Holland benötigten sie mittelmässige Öle in ihren Textilfabriken. Marseille, mit einer mächtigen chemischen Industrie, importierte Öl aus Mallorca, das, nachdem es mit anderen Bestandteilen gemischt wurde, in Seife verwandelt wurde.

Zwischen der zweiten Hälfte des 17. und den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts machte das Öl zwischen 65 und 85 Prozent der mallorquinischen Exporte aus. Ab 1850 spielte das Öl als Exportprodukt eine Nebenrolle, da sich einerseits andere Produkte wie der Wein und die Mandel durchsetzten. Andererseits begann der internationale Markt Ende des 19. Jahrhunderts das Interesse am mallorquinischen Öl zu verlieren, das mehrheitlich eine geringe Qualität hatte. Die Verbraucher aus Europa und Amerika zogen das italienische Öl vor. Trotz des Rückgangs bei den Exporten bis Anfang des 20. Jahrhunderts ist das Öl weiterhin die wichtigste Einnahmequelle der Fincas der Serra Tramuntana mit eigener Ölmühle gewesen.

Gegenwärtig haben die Schwierigkeiten beim Anbau des Olivenbaums in der Serra Tramuntana die Ölproduktion drastisch verringert. Aufgrund der Orographie der Serra, die den Zugang mit mechanischen Mitteln erschwert, der Plagen und des schlechten Zustands der Olivenhaine. Aus den Früchten der Olive mallorquinischer Sorte, die auf 300 bis 600 m Höhe angebaut wird, erhält man das Naturöl der Serra Tramuntana (Oli verge de la Serra de Tramuntana). Dieses Öl hat die Bezeichnung “kontrollierte Qualität” (Qualitat Controlada QC), was eine Anerkennung seitens des “Ministeriums für Landwirtschaft und Fischfang” der Autonomen Region der Balearischen Inseln bedeutet.

Der Feigenbaum auf Mallorca

Freitag, 8. Februar 2002
Auf Rohrgeflechten ausgebreitete Feigen, die in der Sonne trocknen.

Auf Rohrgeflechten ausgebreitete Feigen, die in der Sonne trocknen.

Der Feigenbaum ist ein einheimischer Baum Mallorcas. Die Ausdehnung seines Anbaus ergab sich im 19. Jahrhundert, begünstigt durch die Parzellierungen des ländlichen Besitzes in jener Epoche. Er wurde, nach dem Olivenbaum, zum meist verbreiteten Baum auf Mallorca und ist bei den kleinen und mittleren Betrieben stark vertreten.

Es ist gegen Ende des Sommers, wenn die Feigensaison anbricht, nachdem sie gepflückt sind, sind sie für den Verzehr von Mensch und Tier bestimmt, entweder als frische Frucht oder als Tockenfrucht. Beim Trockenprozess wird die Feige mit Zucker angereichert, der zugleich zu ihrer Konservierung beiträgt. Um sie zu trocknen, führte man einen sogenannten “sequer” durch. Er bestand darin, die Feigen auf einem Rohrgeflecht in der Sonne auszubreiten. In den Nächten mussten sie hereingeholt oder auch aufgehäuft werden, um zu vermeiden, dass der Tau sie verdarb. Dieser Prozess wurde sieben oder acht Tage lang wiederholt, bis sie völllig trocken waren. Während dieser Zeit wurden sie platt gedrückt und gedreht und gleichzeitig wurden die besten ausgewählt. Wenn schlechtes Wetter war, wurden sie im Ofen getrocknet.

Die für den menschlichen Vezehr bestimmten Feigen wurden platt gedrückt, bis sie rund und platt waren. Anschliessend wurden sie in Holzkisten oder in Tongefässen gelagert. Bei besonderen Gelegenheiten wie der Schlachtung des Schweins wurden trockene Feigen mit Anis und Zucker in Kristall- oder Tongefässen zubereitet. Es wurden auch Feigenbrote hergestellt, mit zerdrückten Feigen, Schnaps und Anissamen. Heutzutage kann mann diese Produkte noch finden, doch sie sind nicht mehr ein Lebensmittel des täglichen Bedarfs. Dies hat zu einem Rückgang beim Anbau der Feige geführt und gleichzeitig hat sie, aufgrund der Fettmenge, die die Tiere bei ihrem Konsum aufnehmen, an Bedeutung als Futtermittel verloren.

Der Weizenanbau

Freitag, 8. Februar 2002

Ein Bauer kehrt barfuss die Tenne und der andere wirft den Weizen in die Luft,um das Korn vom Stroh zu trennen.

Seit der Jungsteinzeit ist der Weizen ein Grundnahrungsmittel auf Mallorca gewesen. Während der Epoche der “Talaiots”, vor der römischen Eroberung, bildete er, zusammen mit der Viehzucht, die Grundlage der Ernährung und der Wirtschaft.

Der Weizen der Balearischen Inseln wurde bereits in Quellen der römischen Epoche gelobt und wurde in der klassischen mediterranen Trilogie angebaut, nämlich: Getreide, Wein und Oliven. Während der islamischen Periode (von 903 bis 1229), als die Insel über ein sehr bedeutendes Wassernetz verfügte, das das Wasser in die Stadt und in fast alle landwirtschaftlich bebauten Zonen lieferte, spielte der Weizen keine wichtige Rolle. Dagegen waren Ländereien mit Bewässerungskultur vorherrschend, die Gemüse und Viehfutter und auch so besondere Produkte wie Reis und Baumwolle produzierten. Nach der christlichen feudalen Eroberung durch die Katalanisch-Aragonesische Krone im Jahr 1229 wurden die Kulturpflanzen der islamischen Epoche durch andere ersetzt und das Getreide wurde zur Ernährungsgrundlage der Bevölkerung. Zur damaligen Zeit entwickelte sich der Weizen zur wichtigsten Kulturpflanze, danach folgten andere Getreidearten wie die Gerste, die auch in Zeiten von Hungersnöten für die menschliche Ernährung eingesetzt wurden.

Bis zur gegenwärtigen Zeit waren die Ernten aufgrund des mediterranen Klimas und der unzureichenden Anbautechniken von damals immer unregelmässig. Dies schuf eine Abhängigkeit von den Weixenimporten aus anderen Regionen des Mittelmeerraums. Die Schwierigkeiten beim Transport auf dem Seeweg der damaligen Zeit waren der Grund dafür, dass sich die Importe häufig verzögerten. Damals wurde die Festlegung der Preise, die Lagerung und die Verteilung unter der Bevölkerung zum Monopol der städtischen Behörde. Ein schlechtes Jahr hatte den Hunger unter einem Teil der Bevölkerung zur Folge, das in unterernährtem Zustand leicht zum Opfer der Pest wurde, die durch die schlechten sanitären Bedingungen noch begünstigt wurde. Eine andere Folge war die chronische Verschuldung des öffentlichen Finanzwesens von Mallorca, das das Geld aufbringen musste, um den aus dem Ausland herbeigeschafften Weizen zu bezahlen.

Die bessere Eingliederung Mallorcas ab dem 18. Jahrhundert in die Kreisläufe des internationalen Handels sowie die Verbesserung der Verbindungswege zur See ermöglichte die regelmässige Weizenlieferung aus dem Ausland. Dies begünstigte eine Verringerung der Anbaufläche von Weizen, der durch andere kommerzielle Kulturpflanzen wie z.B. die Weinrebe ersetzt wurde, entsprechend der Nachfrage des internationalen Markts. Diese Tendenz herrschte bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts vor, wo die durch die Tourismuswirtschaft Mallorcas bedingte allmähliche Aufgabe der traditionellen Kulturpflanzen die Bestimmungsgrösse einer konstanten Veringerung dieser Kulturpflanze war, die dank öffentlicher Hilfen überlebt.